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Prätect - Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit

Zusammenfassung

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der Bayerische Jugendring daran, Mädchen und Jungen möglichst wirkungsvoll vor sexueller Gewalt zu schützen. Dazu startete Prätect 2003 als Modellprojekt, seit 2006 wird die Arbeit als Fachberatungsstelle im BJR fortgesetzt.

Kontaktdaten

Träger:
Bayerischer Jugendring
Straße, PLZ Ort, Bundesland:
Herzog-Heinrich-Str. 7, 80336 München, Bayern
Telefon:
089/51458-63
Webadresse:

Projektbeschreibung

Wirksamer Schutz vor sexueller Gewalt kann nicht durch punktuell stattfindende Präventionsangebote erreicht werden. Organisationen brauchen eine Gesamtstrategie für Schutzmaßnahmen, die die spezifischen Strukturen und Prinzipien von Jugendarbeit einbeziehen und auf allen Ebenen von Jugendverbänden wirksam werden.

Prätect stellt dafür u.a. folgende Angebote zur Verfügung:

  • Informationen, Arbeitsmaterialien und Praxishilfen
  • Infoveranstaltungen, Schulungen und Tagungen zum Thema
  • Individuelle Beratung zu möglichen Schutzmaßnahmen in Organisationen der Jugendarbeit
  • Vermittlung kompetenter Referent/innen für Schulungs- und Fortbildungsangebote
  • Vernetzung und Kooperation der unterschiedlichen Zielgruppen und Ansprechpartner/innen
  • Qualifizierungsreihe für Leitungs- und Fachkräfte

Mit seinen Qualifizierungsmaßnahmen erreicht PräTect jährlich ca. 400 Personen der aktiven Jugendarbeit. Sie sollen befähigt werden, Grenzüberschreitungen zu erkennen, geeignete Präventionsmaßnahmen umzusetzen sowie Mädchen und Jungen zu stärken.

Das Präventionskonzept des BJR

Grundsätze:

  • Prävention sexueller Gewalt ist nicht Zeichen eines "schlechten Gewissens", sondern ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit.
  • Prävention sexueller Gewalt setzt zuerst und vor allem bei den Erwachsenen an. In ihrer Verantwortung liegt es, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch zu schützen.
  • Präventive Arbeit beschränkt sich nicht auf punktuelle Wahrnehmungen, sondern ist eine Erziehungshaltung, die kontinuierlich wirken soll.
  • Dabei ist der Unterschiedlichkeit von Mädchen und Jungen Rechnung zu tragen. Präventive Erziehung muss geschlechtsdifferenziert und rollenkritisch sein.

Leitziele:

Ein "Netz der Sicherheit" schützt Mädchen und Jungen in der Jugendarbeit vor Übergriffen Potenzielle Täter/-innen werden durch wirksame Schutzmaßnahmen fern gehalten.

Umsetzung:

Um dieses Ziel zu erreichen, muss präventives Handeln auf allen Ebenen von Jugendverbänden und Jugendringen verankert werden.

Wesentliche (strukturell wirksame) Präventionsmaßnahmen sind:

  • Eindeutige Positionierung der Organisation gegen sexuelle Gewalt
  • Klare Regeln zum Umgang mit Mädchen und Jungen (Verhaltenskodex/Schutzvereinbarungen)
  • Leitlinien zum Vorgehen im Verdachtsfall
  • Schulung und Fortbildung für alle Mitarbeiter/innen
  • Beschwerdestrukturen, z.B. Ansprechstellen (intern und extern)

Partner, Kooperationen und Vernetzung des Projekts

Prätect kooperiert mit den Organisationen der Jugendarbeit in Bayern, d.h. vor allem mit Jugendverbänden und - initiativen, mit Bezirks-, Kreis und Stadtjugendringen und mit der Kommunalen Jugendarbeit. Es besteht eine gute Vernetzung mit ca. 20 spezialisierten Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt in ganz Bayern, darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Organisationen der Jugendarbeit und Fachinsititutionen im ganzen Bundesgebiet.

Die Qualifizierungsreihe für Leitungs- und Fachkräfte

Im Mittelpunkt stehen Organisationen der Jugendarbeit mit ihren bestimmenden Prinzipien Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit, Beteiligung und Selbstorganisation und ihren besonderen Aufgaben, Strukturen und Entscheidungsprozessen. Für sie bietet die Prätect-Qualifizierungsreihe ein spezifisches Handlungskonzept, wie Schutzmaßnahmen in der Jugendarbeit strukturell verankert und verstetigt werden können.

Ausgewiesene Expert/-innen vermitteln das entsprechende Fachwissen, erprobte Praxisbeispiele werden anschaulich präsentiert und Materialien zur Verfügung gestellt.

Die wichtigsten Themen

  • Grundlagen: Sexuelle Gewalt als Herausforderung für die Kinder- und Jugendarbeit
  • Gefährdungsanalyse: Ein organisationsspezifisches Schutzkonzept
  • Schutzmaßnahmen entwickeln: Ebene Institution
  • Krisenmanagement: Umgang mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe
  • Schutzmaßnahmen entwickeln: Ebene Kinder und Jugendliche

Zielgruppe

Leitungskräfte und Verantwortliche aus der Jugendarbeit, die sich zum/zur "Qualitätsbeauftragten für Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit" qualifizieren möchten:

  • Fachkräfte mit pädagogischer und/oder organisatorischer Verantwortung
  • Ehrenamtliche in verantwortlicher Funktion

Eine aktive Unterstützung der Qualifizierung und insbesondere der erforderlichen Entwicklungsprozesse durch die jeweilige Organisation bzw. den Träger ist Teilnahmevoraussetzung.

Ziele für die Teilnehmer/innen

Die Teilnehmer/innen sind nach Abschluss der Qualifizierungsreihe in der Lage, die zur Implementierung von Schutzmaßnahmen notwendigen Qualitätsentwicklungsprozesse in Organisationen der Jugendarbeit sachkundig und professionell zu unterstützen und zu begleiten.

Nutzen für die Organisationen

Die beteiligten Verbände/Organisationen erhalten Anregung und fachliche Unterstützung bei der Einführung von wesentlichen Elementen struktureller Prävention gegen sexuelle Gewalt.

Zertifikat

Der erfolgreiche Abschluss der Qualifizierungsreihe wird vom Bayerischen Jugendring und dem Institut für Jugendarbeit Gauting mit dem Titel „Qualitätsbeauftragte/r für Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit“ zertifiziert.

Alle Texte mit freundlicher Genehmigung von Prätect!

Schlagwörter:

Sexualität, Jungen, Mädchen, Prävention

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