Navigation und Service

Logo Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Logo Jugendschutz aktiv
Kontakt|Impressum|Datenschutz|Übersicht|Gebärdensprache|Leichte Sprache|En|Fr

Suche

Inhalt

Jugendschutz - Na klar! - Mehr als eine Floskel

Zusammenfassung

Der Landkreis Rottweil bündelt viele Maßnahmen zum erzieherischen wie auch zum kontrollierenden-ordnungsrechlichen Jugendschutz. Dabei werden Kontrolle und Erziehung miteinander verbunden und ergänzen sich. Alle Maßnahmen werden hier vorgestellt.

Kontaktdaten

Träger:
Landkreis Rottweil
Straße, PLZ Ort, Bundesland:
Olgastr. 6, 78628 Rottweil, Baden-Württemberg
Telefon:
0741/244-415

Projektbeschreibung

Jugendschutz – Na klar! - mehr als eine Floskel

Im Rahmen der Gesamtverantwortung für die Jugendhilfe nimmt das Jugend- und Versorgungsamt Rottweil auch die Aufgaben des erzieherischen Kinder- und Ju-gendschutzes nach §14 SGB VIII wahr und beteiligt sich, vernetzt mit anderen Fach-stellen, am kontrollierend-ordnungsrechtlichen Jugendschutz. Der erzieherische Jugendschutz soll einerseits junge Menschen befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähig-keit und Eigenverantwortlichkeit sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmen-schen führen. Andererseits strebt er an, Eltern und andere Erziehungsberechtigte besser zu befähigen, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. Über diesen im Gesetz genannten Personenkreis hinaus werden beim Ju-gendamt Rottweil auch Erwachsene, die in jugendschutzrelevanten Bereichen tätig sind, gesehen. Mit kontrollierend-ordnungsrechtlichem Jugendschutz wird das Repertoire an Gebo-ten, Verboten, Maßnahmen, Kontrollen, Auflagen u.a.m. bezeichnet, durch die der ordnungspolitische Gestaltungswillen zum Ausdruck kommt, Rahmenbedingungen zu schaffen und zu überwachen, unter denen in dieser Gesellschaft das möglichst unge-fährdete Aufwachsen junger Menschen erfolgen soll.
Ganz entscheidend hierbei ist, dass es wohl kaum einen pädagogischen Ansatz gibt, der ohne Kontrolle auskommt. Kontrolle und Erziehung sind durchaus miteinander vereinbar und ergänzen sich.

Die Anfänge: Regelmäßige Jugendschutzkontrollen in Gaststätten, Diskotheken, Vereinslokalen, ... und bei Festen

Ein wichtiger Markstein in der Jugendschutz-Praxis des Landkreises Rottweil war der Bericht zum Kinder- und Jugendschutz im Jugendhilfeausschuss im Sommer 1997.
Besorgnis erregende Untersuchungsergebnisse zum Nikotin- und Alkoholkonsum bereits von Kindern (landes- und bundesweit), sowie die Wahrnehmung, dass Eltern bei fehlender öffentlicher Überwachung der Einhaltung der Gesetze in Argumentati-ons- und Durchsetzungsnöte gegenüber ihren Kindern gerieten, waren Anlass für die Intensivierung der Jugendschutzkontrollen im Landkreis.
Binnen eines Kalenderjahres führen Mitarbeiter/innen des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugend- und Versorgungsamtes Rottweil in Teams mit Beamten der Polizei im Landkreis Rottweil regelmäßig und anlassbezogen weit über 100 Jugend-schutzkontrollen bei Veranstaltungen, sowie in Gaststätten, Diskotheken, Spielhallen, Tankstellen, Videotheken, und an Verkaufsstellen durch. Schwerpunkt der Kontrollen
und häufigster Anlass für Interventionen ist der Konsum von Alkohol durch Kinder und Jugendliche.
Im Sinne der Nachhaltigkeit durch Eigenverantwortung werden die (natürlich unan-gekündigten) Kontrollen durch Öffentlichkeitsarbeit flankiert. Auch sonst ist Präventi-on das primäre Ziel. Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen sollen durch vermehrte Sensibilität und Einsicht der Beteiligten möglichst gar nicht erst gesche-hen.
Es kann beruhigend und erfreulich festgestellt werden, dass die Maßnahmen zum Jugendschutz in der Öffentlichkeit auf positive Resonanz und Unterstützung stoßen und die Kontrollen auch Wirkung entfalten. Wie realistisch nicht anders zu erwarten, bleiben Verstöße jedoch nicht gänzlich aus. In diesen Fällen werden die verantwortli-chen Veranstalter und/oder Betreiber von Abgabestellen konsequent angezeigt.
Kinder und Jugendliche die sich bei Kontrollen zu Unrecht an den entsprechenden Orten aufhalten oder verbotener Weise Alkohol konsumieren, werden im Regelfall ihren Eltern zugeführt. In begründeten Ausnahmen kommt es zu einer Unterbringung in einer Notpflegefamilie. Junge Menschen, die im Umgang mit Alkohol Probleme haben, werden von der Poli-zei den Führerscheinstellen gemeldet. Mit Bezug auf die charakterliche Eignung, die zum Führen von Kraftfahrzeugen erforderlich ist, erhalten die Jugendlichen eine schriftliche Ermahnung mit dem Hinweis, dass es eventuell beim Erwerb der
Fahrerlaubnis zu Schwierigkeiten kommen kann.
Neben einem Gespräch unmittelbar vor Ort erfolgt nachträglich ein erzieherisches Gespräch durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugend- und Versorgungamtes Rottweil, bei dem der Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz, die Ursachen und Gefahren des Alkoholkonsums und ge-gebenenfalls erzieherische Probleme thematisiert werden. In geeigneten Fällen wer-den weitergehende Hilfen initiiert.
Nach den guten Erfahrungen mit der intensivierten Jugendschutzkontrolle wurden unter der Zielsetzung der weitergehenden aktiven Einbindung der Öffentlichkeit und der relevanten Akteure weitere Module entwickelt.
Zu den sporadisch wiederholten Standards zählen beispielsweise:

  • Informationsabende mit Vereinen und anderen Veranstaltern zur Aufklärung und Beratung über Belange des Jugendschutzes und Tipps zu geeigneten Maßnahmen
  • Vorträge bei Jugendverbänden, im Kreisjugendring, in Schulen, Elternver-sammlungen u.ä. zum Jugendschutz mit Schwerpunkt auf Information zu den Ursachen und Gefahren des Alkoholkonsums

Andere Einzelmaßnahmen mit besonderen Schwerpunkten sind nachfolgend aus-führlich dargestellt.

Verbot von Alkopops in öffentlichen Räumen

Mit dem Aufkommen der so genannten „Alkopops“ und deren gezielter marketingstra-tegischer Ausrichtung auf jugendliches Publikum informierte das Jugendamt Rottweil alle Gemeinden im Landkreis über die besonderen Gefahren dieser Getränke:
„Alkopops sind bei Jugendlichen vor allem beliebt, weil durch die süßen Zusätze (zum Beispiel Limonade) der alkoholtypische Bittergeschmack überdeckt wird. Au-ßerdem wird der Alkohol auf diese Weise verdünnt und es wird der Eindruck erweckt, dass es sich um ein leichtes Mischgetränk oder gar ein Erfrischungsgetränk handelt. Obwohl sie im Alkoholgehalt Bier übertreffen, werden sie wegen des süßlich-fruchtigen Geschmacks auch in größeren Mengen getrunken. Durch die hohe Ver-dünnung ist die Alkoholintoxikation anfangs gering, steigert sich aber beim mehrfa-chen Konsum (Toleranzsteigerung). Ein weiteres Problem ist die Selbstüberschät-zung vor allem junger Menschen beim Führen von Kraftfahrzeugen, da der Alkohol-gehalt von Alkopops deutlich unterschätzt wird. Statistiken zeigen, dass insbesondere junge Frauen, die sonst eher den Alkoholkon-sum wegen des Geschmacks ablehnen, gefährdet sind.
Da Alkopops aus hochprozentigen Spirituosen und anderen Zutaten gemischt wer-den, ist der Verkauf laut Gesetz in Deutschland nur an Jugendliche über 18 Jahre erlaubt. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Auf-klärung aus dem Jahr 2003 ergab jedoch, dass die Hersteller rund die Hälfte der Al-kopops an Jugendliche unter 16 Jahren verkaufen.“
Obwohl klar ist, dass durch entsprechende Verbote nicht auch zwangsläufig der Al-koholkonsum als solcher verhindert werden kann, so wurde doch im Abgabeverbot von Alkopops eine zusätzliche Möglichkeit erkannt, diesen einzuschränken. Es galt primär für die Verantwortlichen, Veranstalter und für Erwachsene gegenüber Kindern und Jugendliche deutliche Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit allen Städten und Gemeinden im Landkreis Rottweil wurde zu diesem Zweck ein Abgabeverbot von Alkopops in öffentlichen Räumen eingeführt.
Es sollte nicht darum gehen, Alkohol generell bei Veranstaltungen mit Jugendlichen zu verbieten, sondern darum, eindeutig Stellung zu beziehen und zu dokumentieren, dass die Veranstalter sich dem Jugendschutz verpflichtet fühlen und wegen der be-sonderen Gefährdung, die von Alkopops ausgeht, diese bewusst aus ihrem Angebot verbannen.
Wie oft in solchen Fällen, haben alleine schon die politische und fachliche Beratung des Themas und die nachfolgende Presseberichterstattung in der Öffentlichkeit eine positive Resonanz ausgelöst und zu mehr Sensibilität und Problembewusstsein geführt.

Jugendschutz - Na Klar!

Das Projekt „Jugendschutz - Na klar !“ wird ge-meinsam getragen vom Jugend- und Versor-gungsamt, der Polizei und den Städten und Ge-meinden im Landkreis Rottweil. Sein Kern besteht in der sichtbaren Auszeichnung von Gaststätten und Tankstellen mit Shop, die sich im Bereich des Jugendschutzes vorbildlich verhalten.
Vorbildlich bedeutet in diesem Zusammenhang:

  • Bei Gaststätten hat mindestens ein verantwortlich leitender Angestellter an ei-ner Schulung zum Jugendschutz teilgenommen,
  • die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes werden strikt befolgt,
  • bei beworbenen Veranstaltungen erfolgen Einlasskontrollen mit zwingender Ausweiskontrolle,
  • Werbung für Veranstaltungen nur mit Verweis auf Einhaltung des Jugend-schutzgesetzes
  • erkennbar betrunkene Jugendliche erhalten keinen Einlass
  • mindestens ein attraktives, nicht alkoholisches Getränk wird billiger angeboten als das günstigste alkoholische Getränk
  • Tankstellen mit Shop werden ausgezeichnet, wenn ein verantwortlicher Mitar-beiter an einer Schulung zum Jugendschutz teilgenommen hat.

Voraussetzung für die Zertifizierung ist, dass in den letzten 12 Monaten vor Antrag-stellung die Vorgaben des Jugendschutzes eingehalten wurden und kein Verstoß dagegen vorgekommen ist. Nach der Zertifizierung festgestellte Verstöße führen zum sofortigen Verlust der Auszeichnung.
Die Schulungen für die Mitarbeiter mit Blick auf das Jugend-schutzgesetz werden von der Polizei organisiert und durchge-führt. Nach positiver Prüfung, Kontrollen und Schulungen erfolgt durch den Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde/Stadt zu-sammen mit der Polizei und dem Sozialdezernat des Landkrei-ses Rottweil die öffentliche Zertifizierung des Betriebes.
Anlässlich der Verleihung der Urkunde werden die vorbildlichen Gaststätten, Tankstellen, Vereinsheime, Diskotheken etc. wer-bewirksam in der Lokalpresse dargestellt und dauerhaft auf den Homepages des Landkreises, der Polizei und der jeweiligen Gemeinde/Stadt veröffentlicht. Das Aktionslogo dürfen sie auch auf der Speise- und Getränkekarte, bei Werbemaßnahmen und auf ihrer eigenen Homepage verwenden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugend- und Versorgungsamtes Rottweil und der Polizeidirektion Rottweil führen in unregelmäßigen Abständen Kontrollen durch.
Durch die Vernetzung von Landkreis, Polizei und Gemeinde sowie eine hervorragen-de öffentliche Begleitung und die im Lokal deutlich sichtbar ausgehängte Auszeich-nung wird über den engeren Bezugsrahmen hinaus zusätzlich erreicht, dass:

  • Jugendschutz, Alkoholmissbrauch usw. ständig Thema öffentlicher Wahrneh-mung und Diskussion sind,
  • weniger Alkohol an junge Menschen ausgeschenkt wird,
  • die Erwachsenenwelt Position bezieht,
  • Eltern ihren Erziehungsauftrag besser wahrnehmen können, indem sie die Freizeitgestaltung ihrer Kinder und Jugendlichen positiv beeinflussen und er-kennen können in welchen Einrichtungen ihre Kinder "gut aufgehoben" sind,
  • laufend mehr Gaststätten etc. diese Image fördernde Auszeichnung anstre-ben.

Seit dem Start in 2005 beteiligen sich inzwischen 20 von 21 Kreisgemeinden. Derzeit tragen 205 Einrichtungen die Auszeichnung. Bei der praktischen Umsetzung des Projektes kommen zwangsläufig Überlegungen in Bezug auf eine Ausdehnung auf weitere Branchen auf. So ist angedacht, dass auch der Einzelhandel und Vereine,
bei denen ein erfreulich großes Interesse wahrzunehmen ist, eine entsprechende Auszeichnung erhalten können.
Auch bei diesem Projekt gilt: der Erfolg gibt dem Konzept Recht. Trotzdem kann nicht auf weiteres Engagement verzichtet werden.

Ausführliche Handreichung zu den Aspekten des Jugendschutzes

Als ein sehr wertvolles Element des Jugendschutzes hat sich eine Broschüre erwie-sen, die gemeinsam vom Landkreis Rottweil und der Polizeidirektion Rottweil her-ausgegeben wird. Sie richtet sich an Vereine und Veranstalter von Open Airs, Dis-cos, Konzerten, Fastnachts-, Tanz- und anderen Veranstaltungen. In kompakter Form und gut strukturiert listet sie einfach handhabbare, aber wirkungsvolle Tipps und Empfehlungen zur konkreten Umsetzung der Vorgaben des Jugendschutzes auf.
Die Broschüre gibt den Veranstaltern anschauliche Hilfe und Sicherheit bei der Pla-nung und Durchführung ihrer Angebote. Sie ist sehr praxisbezogen und alltagsorien-tiert formuliert, sodass sich die Zielgruppe darin wieder erkennt und positiv ange-sprochen fühlt. Entsprechend motiviert und überzeugt werden die einzelnen Empfeh-lungen dann auch umgesetzt, was seit der ersten Auflage der Broschüre (zusammen mit den anderen Maßnahmen des Jugendschutzes) zu einer deutlich wahrnehmba-ren aktiveren und bewussteren Einhaltung der Jugendschutzbelange geführt hat.
Neben einer bewährten Veranstaltungs-Checkliste und der tabellarischen Darstellung des Jugendschutzgesetzes geht die Broschüre Punkt für Punkt auf wichtige Detail-fragen ein:

  • Vorbereitung der Veranstaltung / Verantwortung / Sicherheit
  • Genehmigungen / Nutzungsbestimmungen
  • jugendschutzkonforme Werbung / Ankündigung
  • aktive Einlasskontrolle
  • Überwachung und Einhaltung des Anwesenheitsrechts unterschiedlicher Al-tersgruppen
  • Gesetzliche Ausnahmeregelungen
  • Ordnungsdienst und Überwachung (auch außerhalb des Veranstaltungs-raums)
  • Ausschank und Abgabe von Alkohol und Zigaretten
  • Glasfreie Veranstaltungen
  • Lautstärke / Lärmschutz
  • Versicherung
  • Notfall-Vorsorge
  • Beratungsstellen
  • Glossar zum Jugendschutz

Die Broschüre wurde im Dezember 2011 in einer aktualisierten Fassung neu aufge-legt und wird flächendeckend im ganzen Landkreis verteilt. Eine digitale Version ist auf den Webseiten des Landkreises und der Polizeidirektion verfügbar und steht zum Download bereit.

Multiplikatorenschulungen / Fortbildungen

Im Landkreis Rottweil besteht eine Arbeitsgemeinschaft der kommunalen und ver-bandlichen Träger der Jugendarbeit unter Federführung des Kreisjugendreferats, das beim Jugend- und Versorgungsamt angesiedelt ist.
In neun der 21 Kreisgemeinden ist eine professionelle, hauptamtlich besetzte kom-munale Jugendpflege eingerichtet. Mit zu deren Aufgaben zählen unter anderem ei-gene Jugendschutzprogramme vor Ort, Beratungen von Familien, Vereinen und an-deren Institutionen, sowie Schulungen von in der Jugendarbeit ehrenamtlich Tätigen.
Für die Kreiskommunen ohne eigenes Fachpersonal, für die Jugendverbände im Kreisjugendring und für sonstige relevante Einrichtungen nimmt der Kreisjugendrefe-rent diese Aufgabe wahr. Das Bildungsangebot des Kreisjugendreferats bietet über den Jugendschutz im engeren Sinn hinaus ein breitgefächertes Kursangebot zu den zentralen Tätigkeitsfeldern und Fragestellungen der Jugendarbeit. Auf diese Weise können spezifische Jugendschutz-Themen sinnvoll in größere Zusammenhänge ein-gebettet und zum Beispiel mit Anregungen für eine attraktive Freizeitgestaltung kombiniert werden.

  • Beispiele aus dem Bildungskatalog sind etwa:
  • Jugendschutz im Allgemeinen und Besonderen
  • Aufsichtspflicht und Haftung
  • Drogen- und Suchtmittel-Prävention
  • Gewalt-Prävention
  • Schulden-Prävention
  • Schutzauftrag nach §§ 8a und 72a SGB VIII
  • Interkulturelle Bildung
  • Integration
  • Inklusion
  • Konflikt-Management
  • Gruppenpädagogik
  • Freizeitpädagogik
  • Erlebnispädagogik

Die Schulungsbausteine sind im Abruf-System zu buchen und können entsprechend der konkreten Bedarfe der Interessenten beliebig kombiniert werden.

Ausstellungen, Projekte, Kampagnen

Um für bestimmte Zeiten besondere Aufmerksamkeit zu erreichen, aber auch um junge Menschen und deren Bezugspersonen über längere Dauer und intensiver mit Themen zum Jugendschutz auseinanderzusetzen, werden sporadisch (oder anlass-bezogen) kampagnenartige Schwerpunkte gesetzt. Das Jugend- und Versorgungs-amt setzt dabei bewusst auf die Zusammenarbeit mit einschlägigen lokalen Fach-diensten, Schulen und außerschulischen Bildungsträgern, sowie der Polizei oder un-terstützt diese bei ihren Aktivitäten.
Exemplarisch wird auf folgende Angebote verwiesen:

  • "Clik“ (Cool & locker in Konflikten), eine interaktive, lebensweltorientierte Aus-stellung zu den Themen „Alkohol“, „Nikotin“, „Mobbing“, „Medienkonsum“, „Fairplay“ und „Teamwork“, erarbeitet von der Stadtjugendpflege Oberndorf.
  • "Glücksspielkoffer“, Unterrichtsmaterial und Mitmachangebote zur Aufklärung über und Vorbeugung gegen Glücksspielsucht, erarbeitet vom Landesge-sundheitsamt Baden-Württemberg, herausgegeben vom Ministerium für So-ziales und Integration Baden-Württemberg
  • Präventionstag „Cannabis“, Informations- und Aufklärungsangebote für Kinder und Jugendliche mit erlebnis- und freizeitpädagogischem Rahmenprogramm im Freibad Rottweil, gemeinsam getragen von der AG Sucht innerhalb der Kommunalen Kriminalprävention im Landkreis Rottweil
  • „StandPUNKTE“, eine Mitmachausstellung für Grundschüler zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt, erarbeitet vom Kreisgesundheitsamt, Donum Vi-tae e.V. und Frauen helfen Frauen und Auswege e.V.

Öffentlichkeitsarbeit / Aufklärung

Tue Gutes – und rede darüber! Nach dieser „Goldenen Regel“ der Public Relations werden die diversen Maßnahmen zum Jugendschutz durch eine intensive Öffentlich-keitsarbeit begleitet. Sie dient sowohl der Verbreitung des Jugendschutzgedankens in alle Bevölkerungskreise, als auch der Verstetigung entsprechender Einstellungen und Verhaltensweisen durch die fortwährende Berichterstattung, Nennung guter Vor-bilder und Sachinformation. Für die aktiv an Projekten wie „Jugendschutz – Na klar!“ beteiligten Betriebe stellt sie ein wichtiges Instrument der öffentlichen Anerkennung und Auszeichnung dar. Nach-folgend ist ein Beispiel einer gelungenen Berichterstattung über die Verleihung der Zertifikate dargestellt:

200 Gaststätten sagen „Jugendschutz – Na klar!“

23.10.2017
Im Beisein von Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel, Oberbürgermeister Thomas Herzog, Kreis-Sozialdezernent Bernd Hamann und Kreisjugendreferent Konrad Flegr konnte kürzlich „Coffee & more“ in Schramberg-Sulgen als 200. Gaststätte im Landkreis im Rahmen des Programms „Jugendschutz – Na klar!“ ausgezeichnet werden. Inhaberin Elmas Tekgöz freute sich über den Besuch und einen prächtigen Blumenstrauß. Der bundesweit festzustellende zunehmende Alkoholkonsum von Kindern und Jugendli-chen im Alter von unter 15 Jahren ist schon lange Thema im Landkreis. Jugendschutz-kontrollen von Polizei und Jugendamt, Schulungen von Jugendgruppenleitern, Veranstal-tungsratgeber, erzieherische Gespräche, Abgabeverbote in öffentlichen Räumen und die Androhung der „roten Karte“ hinsichtlich des Erwerbs der Fahrerlaubnis stehen neben einer regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit auf der Agenda der beteiligten Behörden, wo-bei der Weg das Ziel bleibt. 2005 entstand in Kooperation zwischen der Stadt Schram-berg, dem Sozialdezernat des Landkreises und der Polizeidirektion Rottweil das Prä-ventionsprogramm „Jugendschutz – Na klar!“. Es sieht eine Auszeichnung von Gaststät-ten und Tankstellen vor, die sich in Sachen Jugendschutz vorbildlich verhalten.
Dazu gehört, dass an Schulungen der Polizei zum Jugendschutz teilgenommen wird, al-koholfreie Getränke billiger angeboten werden als das günstigste alkoholische Getränk, Werbung mit dem Hinweis auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes erfolgt, erkenn-bar betrunkene Jugendliche keinen Einlass erhalten und bei Jugendschutzkontrollen keine Verstöße festgestellt wurden. Die so ausgezeichneten Betriebe werden vom jewei-ligen Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister zertifiziert. Ein attraktives Logo am Ein-gang informiert die Öffentlichkeit über die Auszeichnung des Betriebes. Weiter werden die zertifizierten Betriebe auf den Homepages der Städte und Gemeinden und des Land-kreises besonders hervorgehoben. Wegen des guten Erfolgs des Programms wurde es ab 2008 auf den ganzen Landkreis übertragen. Alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden schlossen sich als Kooperati-onspartner an. Fachlich angesiedelt ist „Jugendschutz – Na klar!“ beim Sozialdezernat des Landkreises. Kreisjugendreferent Konrad Flegr besucht dazu die einzelnen Betriebe und steht ihnen auch unterjährig beratend und unterstützend als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch die Schulungen werden seit 2014 durch das Kreisjugendreferat durch-geführt und eine schriftliche Arbeitshilfe ausgehändigt, in der alle wichtigen Angaben zu den gesetzlichen Regelungen und den gesundheitlichen und sozialen Folgeschäden von zu frühem Alkoholkonsum zusammengefasst sind. Wie es der Zufall wollte, führte nun die Auszeichnung der 200. Gaststätte wieder an den Ausgangsort Schramberg zurück. Unter dem Namen "Coffee & more" hat Elmas Tekgöz Anfang Februar in der Sulgauer Straße ein neues Café eröffnet. Neben Tee, heißer Scho-kolade und Kaffee in vielen Variationen bietet sie auch Kuchen, Torten, bistro-typische Snacks und türkische Spezialitäten sowie eine reichhaltige Getränkekarte an. Das Spei-senangebot soll auch Schüler ansprechen, daher war „Eli“, wie sie sich nennen lässt, so-fort klar, dass sie den Jugendschutz konsequent einhalten wird. Die 200. Auszeichnung, verbunden mit Dank und Komplimenten durch den Landrat und den Oberbürgermeis-ter, ging somit an eine würdige Gaststättenbetreiberin.

Zusammenfassung / Erfahrungen

Als Hauptgrund für die Erfolge der einzelnen Maßnahmen muss die vorbildliche, ver-trauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Versor-gungsamt, Polizei, Jugendarbeit und den Städten und Gemeinden hervorgehoben werden. Sie ermöglicht ein in der Summe schlüssiges und umfassendes Gesamtkon-zept, das über institutionelle Zuständigkeiten hinweg gemeinsam getragen wird und im politischen Raum Unterstützung erfährt.
Es kann insgesamt positiv festgestellt werden, dass Eltern sich in ihrem Erzieherver-halten gestärkt fühlen und konsequenter agieren, dass Veranstalter und Gaststätten sensibler und problembewusster auf die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes ach-ten und dieses durch geeignete Maßnahmen einhalten, dass Gemeinden an der Um-setzung der Maßnahmen mitwirken und es im Zusammenhang mit Veranstaltungen zu weniger Straftaten kommt.
Trotzdem müssen und werden Aktivitäten zur Aufklärung und Prävention, sowie Überwachung und Intervention weiterhin notwendig bleiben, weswegen die darge-stellten Maßnahmen und Projekte auch in der angemessenen Intensität und Häufig-keit fortgeführt und wiederholt werden.

Schlagwörter:

Drogen, Sucht, Alkohol

Zurück zur Projektsuche