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FSK - Transparente Entscheidungen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Zusammenfassung

Die FSK prüft Kinofilme auf kinder- und jugendgefährdende Inhalte und vergibt gesetzlich verbindliche Altersfreigabe-Kennzeichen. Bis Oktober 2010 wusste aber kaum jemand, mit welcher Begründung die Freigaben zustande kamen. Seit dem stehen alle Begründungen für getroffene Altersbeschränkungen offen im Netz.

Kontaktdaten

Träger:
FSK - Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH
Straße, PLZ Ort, Bundesland:
Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden, Hessen
Telefon:
0611 77891-0
Webadresse:

Projektbeschreibung

Alte Männer in grauen Anzügen sitzen in dunklen Räumen, schauen die tollsten Filme und verbieten der Jugend aus unerfindlichen Gründen die spannendsten Streifen. So oder ähnlich sieht bei einigen das Bild der FSK aus. Doch weit gefehlt.

Die FSK-Kennzeichnungen erfolgen auf der Grundlage von §§ 12, 14 Jugendschutzgesetz. Sie sind gesetzlich verbindliche Kennzeichen, die von der FSK im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden vorgenommen werden. Die FSK-Kennzeichnungen sind keine pädagogischen Empfehlungen, sondern sollen sicherstellen, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen einer bestimmten Altersgruppe nicht beeinträchtigt wird.

Wie entstehen die FSK-Freigaben?

Nach einer vollständigen Sichtung des Films besprechen die Mitglieder des Prüfausschusses den Film unter filmanalytischen Aspekten, wie Genre, Erzählstruktur, Themen, Figurenzeichnung, Spannungserzeugung, Bildgestaltung, Kulisse und Ausstattung, Kameraarbeit, Schnitt, Musik, Vertonung, Farb- und Lichtgestaltung. Anschließend geht es um die vermutete Gesamtwirkung des Films auf Kinder und Jugendliche. Folgende Beurteilungskriterien werden vom Prüfausschuss in den Blick genommen: Bedeutung einzelner Szenen in Relation zum gesamten Film, Fiktionalität oder Realitätsnähe, jugendschutzrelevante Inhalte wie Gewalt, Drogen, Sexualität, Rollenbilder, Verhältnis von spannungsreichen zu entlastenden Szenen sowie Identifikationsfiguren, Helden und die Aussage des Films.

Für die Altersfreigabe eines Films spielen Wirkungsrisiken wie Beeinträchtigung aufgrund von Ängstigung, Übererregung, negative Vorbildverhalten oder Desorientierung die entscheidende Rolle.

Woher will die FSK wissen, wie Kinder und Jugendliche auf Filme reagieren?

Der Dialog mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Element für die Überprüfung und Weiterentwicklung der Beurteilungskriterien der FSK. Dazu gehört die aufwändige Projektreihe "Medienkompetenz und Jugendschutz", die die FSK seit 2003 gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend Rheinland-Pfalz, den Ständigen Vertretern der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK und der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter Rheinland-Pfalz konzipiert und durchführt.

An den ersten beiden Projekten 2003 und 2004 nahmen insgesamt etwa tausend Kinder und Jugendliche von vier bis 16 Jahren teil. Die Projekte gewährten differenzierte Einblicke in die Filmrezeption und -verarbeitung der unterschiedlichen Altersgruppen. Im Fokus stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche Mainstream- und explizite Kinder- und Jugendproduktionen rezipieren und filmische Inhalte wie Freundschaft, Liebe und Familie, Heldenfiguren und Geschlechterrollen beurteilen. Besonders ihr Umgang mit jugendschutzrelevanten Themen wie Gewalt, Drogen und Sexualität wurde untersucht und differenziert nach Geschlechtern erfasst. Die Meinungsvielfalt zu den gesehenen Filmen, das filmanalytische Verständnis und die sich entwickelnden Haltungen der Mädchen und Jungen zu Fragen des Jugendschutzes sind anschaulich in zwei Broschüren dokumentiert.

Das sich 2009 anschließende "Projekt 16" stellte gezielt die Frage, wie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 18 Jahren Gewalt im Film wahrnehmen und verarbeiten. 200 Jugendliche in diesem Alter aus allen Schulformen wurden als "Experten" angesprochen, Genrefilme, deren Gewaltthemen und -visualisierungen und die daraus resultierenden Wirkungen zu beurteilen.

Das vierte Forschungsprojekt der Reihe "Medienkompetenz und Jugendschutz" untersucht die Wirkung von Filmen auf die Altersgruppe der 12 bis 15-Jährigen. Im Zentrum steht die Frage, wie Filme die Entwicklungsphase vom Kind zum Jugendlichen positiv unterstützen oder negativ beeinflussen können. Mit 517 beteiligten Schülerinnen und Schülern ist das Projekt im Bereich der Medienwirkungsforschung die bis dato umfangreichste Untersuchung der Wirkung von Kinofilmen. Durchgeführt wurde das Projekt von der FSK in Kooperation mit der Obersten Landesjugendbehörde Rheinland-Pfalz und mit Unterstützung der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft. Die wissenschaftlich Leitung lag bei Prof. Dr. Grimm vom Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien.

http://www.medienkompetenz-jugendschutz.de

Neue Transparenz: Informationen zu den Freigabegründungen

Um eine höhere Transparenz im Jugendmedienschutz zu gewährleisten, veröffentlich die FSK seit Oktober 2010 zum Starttermin von Kinospielfilmen Begründungstexte zu den jeweiligen Altersfreigaben. Eltern, Kinder, Jugendliche und andere Interessierte können sich so direkt über die Hintergründe einer Freigabe informieren. (Bitte beachten Sie, dass für Dokumentarfilme, DVD-, Blu-ray- und Video-Veröffentlichungen sowie für Filme mit den Kennzeichen "FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung" und "FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe" derzeit keine individuellen Begründungen veröffentlicht werden.) Alle seit 02.01.2003 geprüften Filme mit Altersfreigaben lassen sich über die Datenbank der FSK einsehen.

Anmerkung: Teile der Texte mit freundlicher Genehmigung der FSK

App

Die FSK App bietet schnell und übersichtlich die FSK Freigaben, die Freigabebegründungen und beinhaltet Trailer und Infos zu aktuellen Filmen. Sie ist kostenlos verfügbar im Apple App Store und auf Google Play. http://www.fsk.de/app

Schlagwörter:

Film, Medien, Transparenz, Jugendschutz, Gewalt, Jugendliche, Kino, Drogen, Sexualität, Video, Freigabe, Jungen, Mädchen, Sucht

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